San Nazarro befindet sich in der Schweiz, im Kanton Tessin, und gehört zum Bezirk Locarno. Es war noch bis zum 24. April 2010 eine politisch eigenständige Gemeinde, bis es zusammen mit weiteren acht Gemeinden zur Gemeinde Gambarogno zusammengeschlossen wurde. Als einzige Gemeinde stimmte San Nazarro gegen die Fusion, musste sich allerdings dem Beschluss fügen. San Nazarro befindet sich am Südufer des Lago Maggiore und ist etwa 10 km von der italienischen Grenze entfernt. San Nazarro hat eine Größe von 5,53 km² und etwas mehr als 700 Einwohner. Neben den eigentlichen Einwohnern von San Nazarro sind viele Pendler und Grenzgänger in San Nazarro beschäftigt. Sie machen etwa drei Fünftel der in der Gemeinde Beschäftigten aus.
Haupteinnahmequelle von San Nazarro ist der Tourismus. Da sich San Nazarro am Lago Maggiore befindet, kommen Jahr für Jahr zahlreiche Besucher in die Gemeinde. Für die Gäste stehen viele Hotels, Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Restaurants und Cafés bereit.
San Nazarro war bereits zur Zeit der Römer besiedelt, wovon viele Funde wie Tongefäße, Münzen und römische Gräber zeugen, die in Vairano in der Nähe von San Nazarro gefunden wurden. In Taverno, nicht weit von San Nazarro, befand sich ein abgebrochener Turm, der vermutlich im Jahre 1186 von Friedrich I. an die Familie Orelli geschenkt wurde. Die Bevölkerung von San Nazarro und der Umgebung lebte früher vorwiegend von Ackerbau und Weidewirtschaft. Die Bevölkerungszahl von San Nazarro nahm ab dem 15. Jahrhundert stark ab, als viele Bewohner nach Italien auswanderten, um dort als Maurer und Baumeister zu arbeiten. Mitte des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl stark an.
Unweit von San Nazarro befindet sich eine Tauchbasis. Von dort aus können Taucher Wracktouren unternehmen. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehört der Botanische Garten, der zum Gartenbauunternehmen Eisenhut gehört und zahlreiche Kamelien, Rhododendren, Azaleen und Magnolien beherbergt. Jedes Jahr findet dort von März bis April eine Kamelienausstellung statt.